September 25 2017 17:09:01
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Kurzporträt
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Ein kleines Kurzporträt...

 

Im Jahre 1960 in der ehemaligen Bundeshauptstadt zu Bonn erblickte ich das Licht der Welt, wuchs in der wunderschönen Kleinstadtidylle des Voreifelstädtchens Rheinbach auf.

Umgeben von einem mich wohlbehütendem Spießbürgertum, was dafür sorgte, dass Trends der 70`ger und 80´ger Jahre wohl filtriert an uns heranwachsende, im Wald herumstromernde Bengels weitergereicht wurde.

Erst zur Realschule marschiert und dann, meinem Karrierewillen folgend, auf das Gymnasium gewechselt. Abitur gemacht, aber irgendwie noch keinen richtigen Plan gehabt, was ich denn nun beruflich machen wollte.

Natürlich, wie es sich für so kleine Örtchen gehört, war ich auch vereinsmäßig aktiv. Selbstverständlich war ich auch christlich in die Gemeindearbeit fest eingebunden. Was mir auch viel Freude bereitete und mich deutlich prägte. Und nicht nur das, nein auch kommunalpolitisches Engagement war meinerseits angesagt. Nur diese hinterließ eher negative Prägespuren in meinem ICH zurück.

Nach dem ABI  studierte ich fürs erste Lehramt, Sekundarstufe II. Fächer: Geographie und Theologie. Fand da aber nicht so ganz meine Heimat, wechselte die Studienrichtung und wurde Diplom Pädagoge.

Nach dem Studienabschluss galt es Theorie in praktisches Handeln umzusetzen und den eigentlichen Lernprozess zu vollziehen. So wirkte ich anfangs in einem Heim für schwerstmehrfachbehinderte Kinder als pädagogischer Mitarbeiter, wechselte von dort in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe als pädagogischer Mitarbeiter in Heimen für verhaltensauffällige Jugendliche.

Die härteste Erprobung des theoretischen aber auch praktischen Wissens warst Du, Daniel. Ich übernahm die Pflegschaft eines Jugendlichen. Nicht leicht. Nein! Ganz und gar nicht. Es war die Herausforderung! Drogen, Kriminalität, Gewalt, waren Bestandteile die uns wachsen ließen. In den sechs Jahren wuchsen wir beide, lernten voneineander. Vertrauen, da sein, nicht weglaufen, auch wenn dies so manches mal einfacher erschienen wäre, war das, was uns prägte. Aus Pflegschaft entwuchs eine echte Vater-Sohn-Beziehung, die auch heute noch echten Bestand hat. Ja! Auch damals war ich schon Schrankschwul. Doch in ihm sah ich nun den, den er für mich war: Ein SOHN.

Mit Mut und Elan gründete ich einen eigenen Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendhilfe. Doch politisches Kalkül, Missgunst im Vorstand, und Veruntreuung von Vereinsgeldern durch zwei Vorstandsmitglieder führten letztendlich zum Konkurs.

Ich hatte die Nase voll und wechselte in die freie Wirtschaft. Dort arbeitete ich in verantwortlichen Positionen als freier Mitarbeiter, später als gut dotierter Angestellter. Aber trotz des Erfolges, war es nicht das, was ich wollte.

Ich brauchte eine Auszeit, die ich mir auch gönnte.

Ich verfasste meinen ersten Roman. Doch als noch namensloser Kleinkünstler kann man davon leider nicht leben. Somit bin ich seit 2005 freiberuflicher Dozent in der Erwachsenenbildung und arbeite parallel weiter an der Kunst meiner Buchprojekte.

Es hat lange gedauert, bis ich den Mut fand mein Comingout zu vollziehen. Aber nachdem ich es vollzogen hatte, stellte ich fest, dass mir vieles leichter von der Hand ging.

Endlich fand ich auch mein Lebensglück, einen Partner, meinen über alles geliebten Thomas, MATZE. 

  matze1 matze2

Doch das Schicksal spielte seine übelste Karte aus. Mein Mann erkrankte im April 2007, im Alter von 34 Jahren, an einem hoch malignem chondroplastischen Osteosarkom, der ihm in kürzester Zeit, den linken Oberkiefer, die Nebenhöhle, Kieferhöhle, Nasenscheidewand, das linke Auge und zum Schluss das Leben nahm. Wir haben 20 Monate gemeinsam gekämpft, aber trotz vieler Operationen, Chemotherapie, Strahlentherapie, trotz seines Lebenswillen, war der Tumor zum Schluss stärker. Ich habe ihn bewundert, mit welchem Mut, mit welcher, nach außen gezeigter Leichtigkeit, er diese schwere Krankheit schulterte. "Mein großer, starker Mann", nannte er mich immer. NEIN! Matze, das bist, warst DU. Ich bin dankbar, dass ich bis zum Schluss an deiner Seite habe sein können. Er wird ewig einen festen Platz in meinem Herzen haben, denn du warst und bist mein Leben.

Nun gilt es wieder allein durchs Leben zu gehen, dabei zu hoffen, dass das Schicksal wieder freudige Lebensfügungen bereit hält.


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